AKTUELLES

RÜCKBLICK 5. EGGENBURGER PFLEGETAG 2021

Robert Vogler vor Rednerpult

„Sexualität in unseren Gesundheitseinrichtungen“


Bereits zum fünften Mal fand der Eggenburger Pflegetag des Psychosomatischen Zentrums Waldviertel, Klinik Eggenburg, dieses Mal unter dem Motto „Stützen – Begleiten – Fördern“ am 23. September 2021 statt. Die Thematik „Sexualität“ und die Diskussion darüber erweist sich im öffentlichen Kontext oft als schwierig und schambesetzt. Dies trifft im besonderen Maße auch auf medizinisch-pflegerische Einrichtungen zu. Ausbildung, Fortbildung und die Auseinandersetzung mit dem Thema sind bekanntlich der Schlüssel zum Erfolg. Aus diesem Grund haben die Mitarbeiter der Psychosomatisches Zentrum Eggenburg GmbH diese Problemstellung zum Fortbildungs- Schwerpunktthema für 2021 ausgewählt.

Der Ärztliche Direktor der Psychosomatisches Zentrum Eggenburg GmbH, Assoc. Prof. Prim. Dr. Friedrich Riffer begrüßte die zahlreichen Teilnehmer aus unterschiedlichsten Bereichen des Gesundheitswesens, vornehmlich aber aus dem Bereich der Pflege. Da besondere Umstände eben besondere Maßnahmen erfordern, fand der diesjährige Pflegetag als Onlineveranstaltung statt. Durch das Tagesprogramm, das aus Impuls- und Fachvorträgen bestand, führte der Pflegedirektor des PSZW und Organisator, Robert Vogler, akad.HCM.

Da gerade bei Tabuthemen rund um die sexuelle Gesundheit und sexuelle Probleme eine ausgeprägte Kommunikationskompetenz ein ganz zentrales Werkzeug darstellt, beschäftigte sich das Start-Impulsreferat mit dem Thema, wie Gespräche über Tabuthemen gut gelingen können. Von Frau Mag.a Maria Krischkowsky erfuhren die TeilnehmerInnen, wie es professionell möglich ist, Themen anzusprechen, die unterhalb des Nabels liegen.

Im zweiten Fachvortrag war es der Psychotherapeutin und Sexualtherapeutin Frau Tanja Pindor ein großes Anliegen, Aufklärungsarbeit zu leisten, Tabus an- und auszusprechen, um Sexualität einen Raum zu geben. Dieser Raum sollte das Gespräch sein, um gemeinsam unter die Decke zu schauen, wie wichtig und welchen Stellenwert Sexualität im Leben eines Menschen hat.

Unter dem Titel „Wenn PatientInnen und KollegInnen zudringlich werden - was tun bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz“ erläuterte die Stellvertreterin der NÖ Gleichbehandlungsbeauftragten und Leiterin der NÖ Antidiskriminierungsstelle Frau Ing.in Mag.a Claudia Grübler-Camerloher den TeilnehmerInnen welche Möglichkeiten bestehen, sich gegen Zudringlichkeiten und sexuelle Übergriffe zur Wehr zu setzen. Niemand ist alleine in solch unguten Situationen – es gibt Ansprechpersonen und Stellen, die beratend und unterstützend helfen.

Der Nachmittag war ganz dem Thema „Geschlechtsidentitäten in verschiedenen Ausprägungen und Lebensweisen sowie der professioneller Umgang im klinischen Umfeld“ gewidmet.
Die Dipl. Sozialarbeiterin und Psychotherapeuten Frau Elisabeth Cinatl beschäftigt sich seit vielen Jahren mit diesem Thema. Auf beeindruckende Weise bekamen die TeilnehmerInnen einen Einblick in die Vielfalt der Geschlechter und erfuhren dabei, wie wichtig die Auseinandersetzung mit den eigenen Bildern und Vorstellungen zum Thema „Geschlechter“ ist.

Am Ende der Veranstaltung konnte sich der Organisator Robert Vogler nicht nur über die hohe Qualität der Vorträge, sondern vor allem über das überaus große Interesse und die zahlreichen wertschätzenden Rückmeldungen der Teilnehmenden freuen. Gleichzeitig kündigte er die Weiterführung dieser bereits zur Tradition gewordenen Veranstaltungsreihe an.